Warum „Ich habe nichts zu verbergen“ Schwachsinn ist


Seit dem Bekanntwerden der Ausspähprojekte Prism und Tempora hört man einen Satz immer wieder: „Ich habe nichts zu verbergen!“. Mich ärgert das maßlos, denn zum einen ist das gar nicht der Punkt und zum anderen werden damit alle öffentlichen Prism/Tempora-Gegner verunglimpft, denn sie haben ja augenscheinlich was zu verbergen. Ein tolles Video sollte jetzt auch bei den letzten Bürgern die Gleichgültigkeit in Widerstand umwandeln.

Jeder hat was zu verbergen

„Ich habe ja nicht zu verbergen“ ist schnell gesagt und meist ein Zeichen dafür, dass sich der Aussprechende mit dem Thema noch nicht wirklich befasst hat. Was bedeutet denn eine lückenlose Überwachung der Bürger durch Staatsorgane? Eine sehr beklemmende Vision davon hatte bereits George Orwell in seinem Roman „1984“ gezeigt. Das kurz nach dem zweiten Weltkrieg veröffentlichte Werk zeigt sehr eindrucksvoll, wie ein Staat über eine lückenlose Überwachung Macht ausüben kann – aktiv in Form von Repressalien, aber noch schlimmer auch passiv in Form von Gleichschaltung. Wer „1984“ nicht kennt, findet hier ein Hörbuch:

Video erklärt Überwachungsstaat

Nun ist das 1948 erschienende Werk von George Orwell nur eine Zukunftsvision, auch wenn uns einige der Details schon eingeholt haben. Der Comic- und Cartoonkünstler Manniac hat nun mit dem YouTube-Video „Überwachungsstaat – Was ist das?“ genau beschrieben, welche Auswirkungen eine flächendeckende staatliche Überwachung in unserer Gegenwart hat und haben kann. Besonders bedeutsam finde ich dabei das Bild von der „Schere im Kopf“. Es beschreibt die Auswirkungen der Überwachung auf die Freiheit des Denkens auf sehr anschauliche und beklemmende Weise.

Das Video dauert 10:48 Minuten – diese Zeit lohnt sich und sollte jeder übrig haben! Danach, so bin ich mir sicher, werden wir „Ich habe ja nicht zu verbergen“ seltener hören…

,

9 Antworten zu “Warum „Ich habe nichts zu verbergen“ Schwachsinn ist”

  1. Meine Idee dazu: Viele Leute telefonieren auf der Straße. Schleicht Euch von hinten an sie ran oder stellt Euch neben sie und sprecht dann laut in deren Handy sowas wie: „Sag Achmed, dass das mit der Bombe klar geht.“ oder so ähnlich. Dann geht Ihr einfach weiter.
    Was ich mir davon versprechen würde: Diese Menschen würden vielleicht darüber nachdenken, was passieren kann, wenn das jetzt jemand mitgehört hat….

  2. woOow . als künstler und illustratOr bin ich extrem beeindruckt über dieses tOlle videoOo . das ich demnächst in den AIKIDO unterricht mit kindern und jugendlichen einbauen werde …

    herzlichen dank für diese tOlle arbeit

    u.r.s. jOsé

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert